LEBENSLINIEN 2.0 | DIGITAL

Matinee zum Gedenken an das Novemberpogrom

Glücklichere Tage der Familie Schweitzer, die Vorfahr*innen von Sebastian Seidel, in Berlin 1927. Viele Familienmitglieder emigrierten in den 1930er Jahren vor den Nationalsozialisten, zahlreiche kehrten nach 1945 nach Deutschland zurück. © Archiv Schweitzer / Seidel

»Frühere deutsche Staatsangehörige, denen zwischen dem 30. Januar 1933 und dem 8. Mai 1945 die Staatsangehörigkeit aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen entzogen worden ist, und ihre Abkömmlinge sind auf Antrag wieder einzubürgern.«

So lautet Artikel 116 des deutschen Grundgesetzes. Zwar ist der Wille des Gesetzgebers deutlich ausgedrückt, in der Praxis wurden und werden jedoch viele Anträge abgelehnt – mit Begründungen, die an die NS-Zeit erinnern. Sei es, weil die Eltern angeblich freiwillig Deutschland verließen, sei es, dass nur die Mutter, nicht jedoch der Vater deutscher Staatsbürger war. Viele Nachfahr*innen kämpfen bis heute um Zuerkennung der Deutschen Staatsbürgerschaft.

Bei der Matinee wird die Augsburger Regisseurin und Schauspielerin Daniela Nering aus behördlicher Korrespondenz lesen und damit an konkreten Beispielen die Schwierigkeiten und Kämpfe auf dem Weg zur rechtlich zustehenden Staatsbürgerschaft aufzeigen.

Für die musikalische Umrahmung sorgt Cellist Dominik Uhrmacher.

Die Matinee ist auf den Social Media-Kanälen des Jüdischen Museums abrufbar:

Facebook: https://www.facebook.com/juedischesmuseumaugsburg/

YouTube: http://bit.ly/JMAStube

eine Veranstaltung des Jüdischen Museums Augsburg Schwaben und des Sensemble Theaters