„Landjuden – Stadtjuden“

Öffentliche Führung durch die beiden Standorte des Jüdischen Museums mit Souzana Hazan und Frank Schillinger / 14. April 2019, 14.00 Uhr

Postkarte, Kriegshaber 1916 mit Synagoge und jüdischem Häuserensemble © Sammlung Peter Karl Müller, Kirchheim am Ries

Nach der Vertreibung aus der Reichsstadt Augsburg 1438/40 durften sich Jüdinnen und Juden für fast 400 Jahre nicht mehr in der Stadt niederlassen. Das jüdische Leben in der Region entwickelte sich in diesem Zeitraum auf dem Land. In Kriegshaber – damals ein Dorf unter habsburgischer Herrschaft – entstand eine bedeutende Landjudengemeinde.

Als sich im 19. Jahrhundert die rechtliche und wirtschaftliche Situation der Jüdinnen und Juden im Königreich Bayern langsam besserte und sie sich ab 1861 frei niederlassen durften, zogen viele in die Städte. In Augsburg wurde 1861 wieder eine jüdische Gemeinde gegründet, die in den folgenden Jahrzehnten durch Zuzug aus dem ländlichen Raum stetig wuchs und 1917 in der Halderstraße eine prächtige Synagoge einweihte.

Die Führung beleuchtet die Entwicklung jüdischen Lebens in der Region von der Frühen Neuzeit bis zu dessen Zerstörung in der NS-Zeit. Sie gibt Einblicke in die Bedingungen jüdischer Existenz im Wandel der Zeit und zeichnet das Verhältnis zur christlichen Umwelt nach. Ein Besuch beider Synagogen ist inbegriffen.

 

Aufgrund der großen Nachfrage sind die Plätze auf 30 Personen begrenzt. Wir bitten um rechtzeitige Anmeldung unter Tel. 0821 51 36 58.

 

Treffpunkt: Jüdisches Museum, Standort Ehemalige Synagoge Kriegshaber, Ulmer Straße 228, 86156 Augsburg

Eintritt und Führung: frei