Die europäische Dimension des Holocaust (7) – Zentrum der Verbrechen: Der Judenmord in Polen

Vortrag von Prof. Dr. Maren Röger, Universität Augsburg / 24. Oktober 2019, 18.30 Uhr

Mausoleum im ehem. KZ Majdanek © Alexander Weidle

Das Zentrum der nationalsozialistischen Verbrechen lag auf dem Gebiet des besetzten Polens, das im September 1939 von NS-Deutschland erobert wurde. Seit dem Einmarsch demütigten, beraubten und entrechteten die Deutschen die jüdische Bevölkerung, die mit ca. 3,3 Millionen Personen im Vorkriegspolen die größte in ganz Europa war.

In Dörfern und Städten wurden sie in Ghettos zusammengetrieben, wo zahlreiche Inhaftierte, unterernährt und zu Zwangsarbeit verpflichtet, starben. Auch aus anderen Teilen Europas wurden jüdische Männer, Frauen und Kinder hierher verschleppt. Ab 1942 erfolgten die systematischen Deportationen in die Vernichtungslager, die die Deutschen ebenfalls auf polnischem Territorium errichteten.

Maren Röger gibt in ihrem Vortrag einen Überblick über Phasen und Orte des Mordes an den Jüdinnen und Juden im besetzten Polen. Sie fragt nach dem Verhalten der einheimischen nichtjüdischen Bevölkerung, die vor dem Hintergrund einer brutalen Besatzung auf die Ermordung ihrer jüdischen Nachbarn teils mit Entsetzen, teils mit Gleichmut reagierte, teils half, teils aber aktiv zur Verfolgung beitrug. Zudem blickt sie auf die Handlungsoptionen und -strategien der Verfolgten.

Abschließend stellt die Referentin knapp die polnischen Debatten über den Holocaust nach 1945 vor.

in Kooperation mit dem Bukowina-Institut an der Universität Augsburg, dem Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Augsburg und dem Zentrum für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte in München

 

Ort: Jüdisches Museum, Standort Innenstadt, Festsaal der Synagoge
Eintritt: frei