Koscher im Krieg. Wien 1914–1918

Vortrag von Dr. Christoph Lind, Institut für jüdische Geschichte Österreichs, St. Pölten / 24. Oktober 2018, 19.00 Uhr

Die Karikatur „Die fettlose Zeit“ von
Theo Zasche in der Österreichischen
Volks-Zeitung vom 30. Juli 1916
thematisiert den allgemeinen Mangel
und die ungarischen Exportrestriktionen
während des Krieges. © Wienbibliothek im Rathaus

Die jüdischen Speisegesetze sind ein umfassendes Konzept der rituellen Reinheit in der Nahrungsaufnahme. Der Großteil von ihnen befasst sich mit Fleisch, Fisch, Milchprodukten und Wein und ist in der Bibel nachzulesen.

In Hungerzeiten wie dem Ersten Weltkrieg stellte ihre Einhaltung für observante Jüdinnen
und Juden eine besondere Herausforderung dar. Bald nach Kriegsbeginn im Sommer 1914 wurde in der österreichischen Reichshälfte der Doppelmonarchie Getreide knapp und
teuer, Engpässe beim Fleisch traten 1915 auf.

Ungarn führte an den Binnengrenzen zudem Exportrestriktionen für Agrarprodukte ein. Die Versorgung mit Lebensmitteln, ob nun koscher oder nicht, wurde immer schlechter. Ab 1916 waren die Vorräte aufgebraucht, es herrschte Hunger.

Der Vortrag zeigt, welche Mittel und Wege die jüdische Bevölkerung der Haupt- und Residenzstadt Wien fand, zwischen Mangel und Observanz zu (über-)leben.

 

Ort: Festsaal der Synagoge

Eintritt: 5,00/3,00 Euro