Die europäische Dimension des Holocaust (5): Konflikt und Kollaboration mit dem Achsenpartner: Vom Schutz jüdischer Bürger in den italienisch besetzten Gebieten bis zur Verhaftung der Juden in Italien (1943 – 1945)

Vortrag von Dr. Sara Berger, Fondazione Museo della Shoah, Rom / 27. November 2018, 19.00 Uhr

Das von Italienern eingerichtete Lager Fossoli (Carpi) fungierte 1944 als Durchgangslager für die von Einsatzkräften der Italienischen Sozialrepublik verhafteten Jüdinnen und Juden. © Centro di Ricerca Etnografica
del Comune di Carpi – Foto Gasparini

mit einer Einführung von Dr. Andrea Löw, stellvertretende Leiterin
des Zentrums für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte
München-Berlin

Die italienische Politik war seit der Einführung der antijüdischen Gesetzgebung 1938 auf den vollständigen Ausschluss der jüdischen Bevölkerung aus der italienischen Gesellschaft ausgerichtet. Dennoch verwehrte sich das faschistische Regime bis 1943 vehement dem mörderischen Kurs des deutschen Bündnispartners, schützte die italienischen Jüdinnen und Juden im Ausland vor Entrechtung und Deportation und lieferte sie aus den italienisch besetzten Gebieten in Südosteuropa und Südfrankreich nicht aus.

Nach der deutschen Besetzung Italiens im September 1943 radikalisierte sich die Judenpolitik des faschistischen Regimes: Während der sogenannten Republik von Salò (Italienische Sozialrepublik, RSI) wurden tausende Jüdinnen und Juden durch italienische Einsatzkräfte verhaftet, in Gefängnissen und Lagern interniert und den Deutschen zur Deportation in das Vernichtungslager Auschwitz und andere Lager ausgeliefert.

Die Referentin hat den Beitrag zu Italien im 14. Band von Die Verfolgung und Ermordung der Europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland (VEJ) verfasst.

eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Institut für Zeitgeschichte München-Berlin und dem Bukowina-Institut an der Universität Augsburg

 

Ort: Festsaal der Synagoge
Eintritt: 5,00/3,00 Euro