Honorarprofessur für Benigna Schönhagen

Die Eberhard Karls Universität Tübingen hat Dr. Benigna Schönhagen, Leiterin des Jüdischen Kulturmuseums Augsburg-Schwaben, zur Honorarprofessorin ernannt.

Der Dekan der Philosophischen Fakultät Prof. Dr. Jürgen Leonhardt überreichte am 3. November 2017 die Urkunde und bedankte sich für ihren jahrelangen Einsatz in der Lehre und Studierendenbetreuung.

Benigna Schönhagen leitet  seit 2001 das Jüdische Kulturmuseum Augsburg-Schwaben, das sich in dieser Zeit zu einem überregional renommierten Haus entwickelt hat, und zu dem seit 2014 auch die Zweigstelle in der ehemaligen Synagoge Kriegshaber gehört. Schönhagen freut sich über die mit der Ernennung verbundene Anerkennung: „Ich sehe darin eine Bestätigung für mein Bestreben, das Museum von Anfang an als eine wissenschaftliche Einrichtung zu leiten und die dabei gesammelten Erfahrungen an Studierende weiterzugeben. Diese Verbindung von Theorie und Praxis erlebe ich als eine ideale Möglichkeit, das Wissen um jüdische Geschichte und Kultur weiterzugeben und deren Fragen aufzunehmen. Lehrend lernen zu können empfinde ich als Privileg.“

Seit mehr als zehn Jahren lehrt Schönhagen am Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften der Philosophischen Fakultät der Universität Tübingen. Dort bietet sie regelmäßig Seminare und Exkursionen zur jüdischen Geschichte in Süddeutschland an und macht Studierende mit jüdischer Geschichte und jüdischer Kultur und Tradition vertraut. Schwerpunkte bilden dabei die Neuzeit, die Zeit des Nationalsozialismus und jüdisches Leben in Deutschland nach dem Holocaust sowie Fragen der Erinnerungskultur und jüdischen Museologie.

Für Prof. Dr.-Ing. Hans-Eberhard Schurk, Stiftungsvorstand der Stiftung Jüdisches Kulturmuseum Augsburg-Schwaben, ist die Auszeichnung für die Museumsleiterin ein wichtiges Zeichen: „Frau Schönhagen hat als Leiterin des Museums Maßstäbe gesetzt. Neben der kontinuierlichen Erweiterung des Museums hat sie in zahlreichen Veranstaltungen und eigenen Veröffentlichungen die wissenschaftliche Seite immer in den Vordergrund gestellt. Die Verleihung der Honorarprofessur ist daher mehr als verdient.“

 

Vita

Schönhagen studierte Geschichte, Germanistik, Geografie, Kunstgeschichte und Philosophie an den Universitäten Mainz, Tübingen und Stuttgart. 1988 wurde sie an der Universität Stuttgart bei dem Zeithistoriker Eberhard Jäckel über „Tübingen – eine Universitätsstadt in der Zeit des Nationalsozialismus“ promoviert. Zuvor hatte sie bereits eine viel beachtete Studie über NS-Opfer auf dem Anatomiegräberfeld der Universität Tübingen vorgelegt. Anschließend war sie Mitarbeiterin der Ausstellung „Stuttgart im Zweiten Weltkrieg“, die die Landeshauptstadt Stuttgart und die Bibliothek für Zeitgeschichte von 1989–1990 zeigte.

1991 erarbeitete sie für das Stadtmuseum Tübingen die Ausstellung „Vorbei und Vergessen? Nationalsozialismus in Tübingen“. Zwischen 1994 und 2001 konzipierte sie die Museen in Laupheim und Riedlingen sowie das Bauernkriegsmuseum in Baltringen neu.

Für das Jüdische Kulturmuseum Augsburg-Schwaben hat sie 2006 die neue Dauerausstellung und seither viele Wechselausstellungen erarbeitet und kuratiert.

Schönhagen lehrt zudem an den Universitäten Tübingen und Augsburg. Ihre Forschungsgebiete, zu denen sie vielfältig publiziert, sind Regionale Zeitgeschichte, NS-Zeit, Jüdische Geschichte in Süd(west)deutschland, Museologie und jüdische Sachkultur.

 

Foto: Jüdisches Kulturmuseum Augsburg-Schwaben/Fred Schöllhorn