Die Vernichtung von Juden und Roma durch die Armee Rumäniens im Zweiten Weltkrieg

Vortrag von PD Dr. Mariana Hausleitner, Berlin / 15. Mai 2018, 19.00 Uhr

Die europäische Dimension des Holocaust

Eine Vortragsreihe des Jüdischen Kulturmuseum Augsburg-Schwaben in Kooperation mit dem Bukowina-Institut an der Universität Augsburg

Vortrag Nr. 1: Die Vernichtung von Juden und Roma durch die Armee Rumäniens im Zweiten Weltkrieg

Die Bukowina, Rumänien und Transnistrien 1941–1943

Rumänien beteiligte sich als Bündnispartner des Deutschen Reiches am Angriff auf die Sowjetunion. Während der Rückeroberung von Bessarabien und der Nordbukowina, die Rumänien 1940 an die Sowjetunion abtreten musste, ermordeten deutsche und rumänische Sondereinheiten Zehntausende Juden.

Seit Oktober 1941 wurde über eine Viertelmillion Juden aus Bessarabien und der Bukowina in die Südukraine deportiert. Ein Drittel starb im rumänischen Besatzungsgebiet Transnistrien an Hunger und Mangelkrankheiten. Auch die Hälfte der etwa 22.000 nach Transnistrien deportierten rumänischen Roma kam dort um.

Kurz vor der Katastrophe von Stalingrad machte Antonescu eine Kehrtwende. Trotz vorheriger Absprache wurden im Oktober 1942 die verbliebenen Juden Rumäniens nicht an die SS zur Vernichtung ausgeliefert. Die rumänische Regierung sondierte insgeheim die Bedingungen für einen Waffenstillstand. Im Vortrag sollen die Gründe für die Kehrtwende in der rumänischen Politik analysiert werden.

 

Ort: Festsaal der Synagoge, Halderstr. 6-8, 86150 Augsburg

Eintritt: 5,00/3,00 Euro

 

Die Vortragsreihe

2018 jährt sich das Datum zum 80. Mal, an dem mit den staatlich forcierten November-pogromen die antijüdische Politik des NS-Staats eine neue Dimension erreichte. Das Jahr 1938 markiert gleichzeitig mit dem „Anschluss“ Österreichs im März sowie dem „Münchner Abkommen“ vom September die einsetzende Expansion des Deutschen Reichs nach Osten.

Die systematische wirtschaftliche Ausplünderung und Austreibung der jüdischen Bevölkerung zog damit immer weitere Kreise. Spätestens mit Kriegsbeginn waren davon auch alle Juden in den von Deutschland besetzten oder mit Deutschland verbündeten Ländern betroffen. Mit dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion begann der Holocaust, die systematische Ermordung der europäischen Juden.

Mit der neuen Reihe soll auf die europäische Dimension des Holocaust aufmerksam gemacht werden. Es wird mit Vorträgen über die Verfolgung der Juden in den mit Deutschland im Zweiten Weltkrieg verbündeten Staaten in Südosteuropa, Rumänien, Slowakei und Bulgarien begonnen. Entscheidend für die Lage der Juden und für die Möglichkeiten der Gegenwehr war nicht nur die wechselhafte Kooperation der Staaten mit NS-Deutschland, sondern auch die Kollaboration der Einheimischen und die eigene Verfolgungspolitik der drei Länder.

Die drei Referentinnen sind ausgewiesene Expertinnen auf diesem Feld und haben die jeweiligen Beiträge in dem soeben erschienen 13. Band von Die Verfolgung und Ermordung der Europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland: Slowakei, Rumänien und Bulgarien (VEJ) verfasst.

 

Weitere Termine:

19.6.2018, 19.00 Uhr, Jüdisches Kulturmuseum/Festsaal der Synagoge

„Ich flehe um Gnade für mein einziges Kind.“ Die Verfolgung und Ermordung der slowakischen Juden

Vortrag von Barbara Hutzelmann, München

 

3.7.2018, 19.00 Uhr, Jüdisches Kulturmuseum/Festsaal der Synagoge

Die Juden Bulgariens zwischen Deportation und Überleben

Vortrag von Souzana Hazan, M.A., Jüdisches Kulturmuseum

 

 

Foto: © Mariana Hausleitner, Die Rumänisierung der Bukowina […], München 2001