„Tragödie mit Gesang und Tanz“. Solomon Michoels und die Geschichte des Staatlichen Jüdischen Theaters in Moskau (GOSSET)

VORTRAG/ 22. November 2016, 19.30 Uhr

Rahmenprogramm zur Ausstellung „Im Übergang. Jüdische Gegenwart, 1990-2010.“

F_MichoelsVortrag mit Originaldokumenten in Bild und Ton

Brigitte van Kann, Hamburg

1921 eröffnete in Moskau das erste jüdische Staatstheater der Welt – das jiddischsprachige GOSSET. Es wurde zum Kristallisationspunkt jüdischer Kultur und jüdischen Selbstverständnisses unter dem Sowjetstern, nicht zuletzt dank des überragenden Schauspielers und charismatischen Künstlerischen Direktors Solomon Michoels (1890 – 1948). Wie keine andere Institution spiegelt das GOSSET das Schicksal der sowjetischen Juden: Nach seinem glanzvollen Aufstieg wurde es 1949 auf dem Höhepunkt des spätstalinistischen Antisemitismus geschlossen. Ein Schlag, von dem sich die einst blühende jiddischsprachige Kultur der Sowjetunion nie wieder erholt hat.

Die Rundfunkredakteurin und Übersetzerin Brigitte van Kann macht mit diesem weitgehend unbekannten Kapitel russisch-jüdischer Kulturgeschichte bekannt. Sie wird den Inhalt während des Vortrags für russischsprachige Zuhörer auf Russisch zusammenfassen.

Ort: Festsaal
Eintritt: 5,00/3,00 Euro

 

Bildnachweis: Privatarchiv der Familie Michoels