Einer der letzten Zeitzeugen der Schoa ist tot

Am 23. September verstarb der Schoa-Überlebende Max Mannheimer im Alter von 96 Jahren in München.

In Mähren geboren, wurde Mannheimer 1943 mit seiner Familie zuerst nach Theresienstadt, später dann nach Auschwitz deportiert, wo alle bis auf ihn und einen Bruder ermordet wurden. Von den Amerikanern wurden die beiden am 30. April 1945 im oberbayerischen Mühldorf befreit. Entgegen seines festen Vorsatzes kehrt er schon 1946 der Liebe wegen nach Deutschland zurück und schreibt in den 1960er Jahren seine Erinnerungen nieder. Er führt durch das ehemalige KZ Dachau, wird Vorsitzender der Lagergemeinschaft Dachau und beginnt in unzähligen Schulklassen von seinen Erlebnissen zu berichten. Mannheimer verstand sich selbst immer als Zeitzeuge und kämpfte gegen das Vergessen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Auch dem Jüdischen Kulturmuseum Augsburg-Schwaben war Max Mannheimer verbunden. Unter anderem sprach er als Zeitzeuge bei der Vorstellung des Buches „Geboren im KZ. Sieben Mütter, sieben Kinder und das Wunder von Kaufering I“ von Eva Gruberová und Helmut Zeller im November 2012 im Festsaal der Großen Synagoge.

Wir trauern um einen der letzten Zeitzeugen der Schoa und einen stets kritischen Geist.

Dr. Benigna Schönhagen

– Museumsleiterin –