Ganz rein! Jüdische Ritualbäder – Fotografien von Peter Seidel

WANDERAUSSTELLUNG. Eine Ausstellung der Jüdischen Museen Franken, Frankfurt am Main, Hohenems und Wien / 14. Mai – 26. Juli 2015


Die rituelle Reinigung des Körpers ist ein wichtiger Bestandteil der jüdischen Tradition. Neben der Synagoge und dem Friedhof gehört deshalb auch die Mikwe zur traditionellen Infrastruktur einer jüdischen Gemeinde. Die Tauchbecken, die mit „lebendigem“, nicht stehendem Wasser gefüllt sein müssen, dienen ausschließlich der geistigen und spirituellen Reinheit. Das älteste erhaltene jüdische Ritualbad entstand im 1. Jahrhundert. Bis heute werden Mikwen in Synagogenbauten integriert oder als
separate Gebäude errichtet. Früher wurden sie auch in Privathäuser von Juden eingebaut.
Der Frankfurter Fotograf Peter Seidel hat viele Jahre lang jüdische Ritualbäder unterschiedlicher Epochen in Europa dokumentiert. Seine aufwändigen Architekturfotografien zeigen nicht nur die Vielfalt der Bauformen von der Spätantike bis in die Gegenwart. Sie fordern gleichzeitig zur Auseinandersetzung mit den Vorstellungen von ritueller Reinheit und den damit verbundenen Geschlechterrollen sowie mit dem Verhältnis von Religion und Intimität heraus. Aufnahmen von Ritualbädern aus Schwaben ergänzen die Ausstellung.

F26_Jüdisches Ritualbad Erfurt_Peter Seidel 2012

Ausstellungsdauer: 14. Mai – 26. Juli 2015
Ort: Museumsdependance Ehemalige Synagoge Kriegshaber