Wiederhergestellte Synagogen Raum – Geschichte – Wandel durch Erinnerung

Symposium in der Museumsdependance Ehemalige Synagoge Kriegshaber / 21.-22. März 2015

Synagoge_Kriegshaber-078Das Jüdische Kulturmuseum hat im Mai 2014 die ehemalige Synagoge im Stadtteil Kriegshaber als Dependance übernommen. Die Zweigstelle wird schrittweise zu einem zweiten Museumsstandort ausgebaut. Bei der Sanierung des ältesten erhaltenen jüdischen Gotteshauses in Bayerisch-Schwaben wurde bewusst auf Rekonstruktionen verzichtet. Eindrucksvolle Spuren zeugen von seiner wechselvollen Geschichte.

Beim weiteren Ausbau der Zweigstelle möchte das Jüdische Kulturmuseum die Erfahrungen einbeziehen, die andernorts mit renovierten Synagogen gemacht wurden. Deswegen veranstaltet es im März 2015 in der ehemaligen Synagoge Kriegshaber ein öffentliches Symposium mit Experten aus dem Bereich der
jüdischen Museen und Gedenkstätten. Im Kontext der Frage nach dem Umgang mit dem jüdischen Erbe, 70 Jahre nach Kriegsende, sollen dabei die verschiedenen Ansätze und Konzepte präsentiert und diskutiert werden, die im deutschsprachigen Raum seit den 1980er Jahren für Synagogengebäude entwickelt wurden, die die NS-Zeit überdauert haben und heute von keiner jüdischen Gemeinde mehr genutzt werden können.

Das Symposium beginnt am 21. März mit einer Vorstellung der Situation in Kriegshaber und einem öffentlichen Einführungsvortrag von Dr. Felicitas Heimann-Jelinek, Wien über „Die Synagoge und ihre Metamorphosen“. Am 22. März werden dann in drei Runden verschiedene Modelle vorgestellt und diskutiert.

ehemalige Synagoge KriegshaberDie erste Runde macht mit Häusern bekannt, in denen das denkmalpflegerische Konzept der Spurensicherung umgesetzt wurde. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Frage, welche Bedeutung dem authentischen Ort in den Veranstaltungsangeboten und in der Vermittlungsarbeit beigemessen wird. Als Referenten sind Karlheinz Geppert von der Gedenkstätte Synagoge Baisingen, Hansfried Nickel von der Synagoge Memmelsdorf und Ines Beese von der Alten Synagoge Erfurt eingeladen.

Die zweite Runde stellt verschiedene Modelle von Dependancen vor. Daniela Eisenstein, die Leiterin des Jüdischen Museums Franken, Fritz Backhaus, der Stellvertretende Direktor des Jüdischen Museums Frankfurt am Main, und Dr. Hanno Loewy, der Direktor des Jüdischen Museums Hohenems, werden darüber berichten, wie man neben einem aktiven Haupthaus sinnvoll weitere Standorte betreiben kann und welche Konsequenzen sich daraus ergeben.

Synagoge_Kriegshaber-3kSchwerpunkt der dritten Runde sind ehemalige Synagogen mit angeschlossener Forschungs- oder Tagungsstätte. Ein Beispiel hierfür ist die ehemalige Synagoge St. Pölten, in der seit 1988 das Institut für jüdische Geschichte Österreichs untergebracht ist, über das die Direktorin PD Dr. Martha Keil berichten wird. Dr. Martina Edelmann wird das Genisaprojekt präsentieren, das im Jüdischen Kulturmuseum Veitshöchheim angesiedelt ist.

Zum Abschluss reflektiert eine Podiumsdiskussion, welche Impulse die vorgestellten Modelle für die weitere Entwicklung der Konzeption für die ehemalige Synagoge Kriegshaber geben können.

Ort: Museumsdependance Ehemalige Synagoge Kriegshaber
Eintritt: frei

 


Impressionen vom Symposium

IMG_3616   Die Museumsdependance Ehemalige Synagoge Kriegshaber

 

 

 

 

 

IMG_3733   Vortrag von Dr. Felicitas Heimann-Jelinek, Wien: Die Synagoge und ihre Metamorphosen. Gotteshäuser – Leerstellen – Gedenkstätten

 

 

 

 

IMG_3758    Diskussion mit Ines Beese (Alte Synagoge Erfurt), Hansfried Nickel (Synagoge Memmelsdorf), Dr. Benigna Schönhagen (Jüdisches Kulturmuseum Augsburg-Schwaben) und Karlheinz Geppert (Gedenkstätte Synagoge Baisingen)

 

 

 

IMG_3777    Vortrag von Fritz Backhaus (Jüdisches Museum Frankfurt am Main): Authentische Schauplätze? – Die Standorte des Jüdischen Museums Frankfurt