Szenisches Erinnern der Shoah. Zur transgenerationalen Tradierung extremen Traumas in Deutschland

VORTRAG /28. April 2015, 19.00 Uhr

Dr. Kurt Grünberg, Dipl.-Psych., Dipl.-Päd., Psychoanalytiker (DPV, IPA). Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sigmund-Freud-Institut, Frankfurt am Main

F35_Kurt GrünbergWelches Ausmaß die Spätfolgen der Shoah auch für die nachfolgenden Generationen annimmt, rückt erst allmählich in das allgemeine Bewusstsein. Am Sigmund-Freud-Institut Frankfurt am Main untersucht das Forschungsprojekt „Szenisches Erinnern der Shoah“, wie die Verfolgungserfahrungen jüdischer Überlebender an ihre Töchter und Söhne im „Land der Täter“ weitergegeben werden. Um unbewusste Prozesse der transgenerationalen Tradierung traumatischer Erfahrungen erforschen zu können, wird das „szenische Erinnern der Shoah“ in den Fokus gerückt. Während bislang vor allem die sprachlichen Mitteilungen der Überlebendenoder deren Schweigen besondere Beachtung gefunden haben, berichtet der Referent – Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sigmund-Freud-Institut und ehemaliger Wissenschaftlicher Leiter des Jüdischen Psychotherapeutischen Beratungszentrums Frankfurt am Main –, wie das extreme Trauma vor allem auch nonverbal szenisch vermittelt wird.

Ort: Festsaal
Eintritt: 5,00/3,00 Euro