„Die Wohnung“

Dokumentarfilm von Arnon Goldfinger / 25. Juni 2013, 19 Uhr

DieWohnung_Eine Wohnung in Tel Aviv wird zum Ausgangspunkt einer spannenden deutsch-israelischen Spurensuche, aus der beinahe ein Detektivfilm wird.

Dem israelischen Filmemacher Armin Goldfinger war schon früh bewusst geworden, dass seine 1935 aus Deutschland emigrierten Großeltern ihre alte Heimat zeitlebens im Herzen trugen. Bereits als kleiner Junge waren ihm die vielen Bücher deutscher Schriftsteller in ihrer Wohnung aufgefallen, die ihren Zugang und ihr Festhalten an der deutschen Kultur widerspiegeln, so wie das bei „Jeckes“ eben der Fall ist. Aber erst nach dem Tod der Großmutter gibt die Wohnung ein großes Geheimnis preis: Inmitten unzähliger Briefe, Fotos und Dokumenten entdeckt Arnon Goldfinger Spuren einer unbekannten Vergangenheit. Die deutsch-jüdischen Großeltern waren eng befreundet mit der Familie eines Kommandanten des SS-Judenreferats Leopold von Mildenstein. Nicht nur vor, sondern auch nach dem Zweiten Weltkrieg pflegten sie Kontakt und sind auch ab den 1950er Jahren immer wieder zu Besuch nach Deutschland gefahren.

Der Film zeigt die Spannung zwischen deutscher und israelischer Kultur und die Schwierigkeiten, den Umgang und auch die Versöhnung zwischen Deutschland und Israel, anhand von zwei Familien. „Diese zweite Generation hat sich vielfach dadurch ausgezeichnet, dass sie das Schweigen der Überlebenden nicht brechen wollte. Erst die dritte Generation, der Arnon Goldfinger angehört, beginnt die Fragen zu stellen, von denen „Die Wohnung“ erzählt. Sein Film kommt zu spät um noch mit den Zeitzeugen persönlich sprechen zu können. Stattdessen handelt er von dem Umgang der Nachgeborenen mit den Wahrheiten der Epoche.“ (taz, 14.2.2013)

 

Der Film wurde u.a. als bester Dokumentarfilm mit dem Bayerischen Filmpreis (2012), als Bester Dokumentarfilm sowie für die Beste Regie und für die Beste Recherche auf dem Israel Documentary Forum (2011) ausgezeichnet.