Jüdisches Leben in Augsburg nach der Katastrophe Teil 2: ZUKUNFT IM LAND DER TÄTER?

Jüdische Gegenwart zwischen „Wiedergutmachung“ und „Wirtschaftswunder“, 1950–1969./17.04. – 15.09.2013

Verlängert bis 08.12.2013

Plakat_Zukunft im Land der TäterNach Ende des Zweiten Weltkriegs erwarteten viele Juden außerhalb der alliierten Besatzungszonen, dass jüdisches Leben nicht langfristig in das „Land der Täter“ zurückkehren werde. Trotz aller Widerstände und Proteste lebten aber zu Beginn der 1950er Jahre knapp 20.000 Juden in der Bundesrepublik und begannen, ihr Leben aktiv zu gestalten. Sie bemühten sich um einen persönlichen und beruflichen Neustart nach der Verfolgung und gründeten Kultusgemeinden, die sich in Landesverbänden zusammenschlossen. Manchen der jüdischen Überlebenden bescherte das unerwartete „Wirtschaftswunder“ geschäftliche Erfolge. Anderen gelang die Integration in die deutsche Gesellschaft nur mühsam. Negative Erfahrungen bei Verhandlungen um „Wiedergutmachung“ erlittenen Unrechts hielten die Wunden offen.

Die zweite der vier Wechselausstellungen der Reihe JÜDISCHES LEBEN IN AUGSBURG NACH DER KATASTROPHE widmet sich dem Engagement und den Erfahrungen von Juden in Augsburg zwischen 1950 und 1969. Ihre Fotografien und die persönlichen Erinnerungen ihrer Kinder eröffnen ein Panorama, das ganz unterschiedliche und zum Teil unbekannte Facetten jüdischen Daseins in der frühen Bundesrepublik nachzeichnet: Augenblicke des Zweifelns und der Enttäuschung, aber auch Momente der Zuversicht und des Aufbruchs in eine positive Zukunft in einem demokratischen Deutschland.

Eröffnung am 17.04.2013 um 19.00 Uhr.

Begleitprogramm

28.04.13, 15 Uhr
Rundgang durch die Ausstellung mit der Kuratorin Dr. Andrea Sinn

07.05.13, 19 Uhr
Wiedergutmachung zwischen Kriegsende und „Ende der Nachkriegszeit“
Vortrag von Prof. Dr. Constantin Goschler, Ruhr-Universität Bochumg

11.06.13, 19 Uhr
„Die Teilacher“ – Lesung mit Michel Bergmann

Aktuelles aus der Wechselausstellung

Im Jüdischen Kulturmuseum Augsburg-Schwaben fand am 12. Juni 2013 in der Wechselausstellung Zukunft im Land der Täter? Jüdische Gegenwart zwischen „Wiedergutmachung“ und „Wirtschaftswunder“, 1950-1969 eine Führung für die Israelitische Kultusgemeinde Schwaben-Augsburg statt. Die Museumsleiterin, Frau Dr. Benigna Schönhagen, führte sechs Mitglieder der Gemeinde durch die Ausstellung.

Anschließend kam es zu einem Austausch mit der Besuchergruppe und Frau Dr. Schönhagen, in dem die zahlreichen Parallelen zwischen dem Schicksal der osteuropäischen Juden, die in der Nachkriegszeit als „Displaced Persons“ in Augsburg strandeten, und das der jüdischen Einwanderer, die in den 1990er Jahren aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland emigrierten, beleuchtet wurden.

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