„Überall hängt noch ein Fetzen Jerusalem.“ Else Lasker-Schülers poetische und reale Präsenz in Jerusalem

Vortrag von Prof. Itta Shedletzky, Hebrew University Jerusalem,
Gastprofessorin des Jacob-Fugger-Zentrums der Universität Augsburg / 18.06.2013, 19 Uhr

Prof. Itta ShedletzkyProf. Itta Shedletzky ist die erste Gastprofessorin am neu gegründeten Jakob-Fugger-Zentrum der Universität Augsburg. In ihren Forschungen hat sich die Historikerin und Literaturwissenschaftlerin u.a. intensiv mit Else Lasker-Schüler auseinandergesetzt. Ein zentraler Punkt ist dabei das Verhältnis der deutsch-jüdischen Schriftstellerin zu Jerusalem, wo sie die letzten Jahre ihres Lebens verbrachte.

Die 1869 geborene Else Lasker-Schüler verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Elberfeld, heute ein Stadtteil von Wuppertal, 1884 kam sie nach Berlin. Hier begann ihre literarische wie auch zeichnerische Laufbahn. In zweiter Ehe war sie mit dem Galeristen Herwarth Walden verheiratet und gehörte zur künstlerischen Avantgardeszene der Hauptstadt in den 1920er Jahren. Von den Nationalsozialisten zur Emigration gezwungen, ging die Künstlerin zuerst nach Zürich und vor dort aus nach Palästina. Jerusalem –  ein zentrales Thema in ihrer Dichtung – war für sie das gelobte Land und steht im Spannungsfeld zwischen idealen Bildvorstellungen und ihren persönlichen Lebensumständen. Nach kurzer schwerer Krankheit starb Else Lasker-Schüler am 22. Januar 1945. Sie ist auf dem Ölberg in Jerusalem begraben.

Die Veranstaltung findet im Rahmen einer Kooperation des Jüdischen Kulturmuseums Augsburg-Schwaben mit dem Jakob-Fugger-Zentrum der Universität Augsburg und der Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Professor Bettina Bannasch, statt.

Zur Person der Referentin:

Itta Shedletzky wurde 1943 in der Schweiz geboren und wanderte 1962 nach Israel aus. An der Hebräischen Universität in Jerusalem studierte sie Geschichte und englische Literatur, im Masterstudiengang Jüdische Geschichte. Ihre Dissertation trägt den Titel „Literaturdiskussion und Belletristik in den jüdischen Zeitschriften Deutschlands 1837 – 1918“. Als Assistentin forschte sie bei Prof. Jacob Katz und Dr. Uriel Tal, war Mitarbeiterin an der „Encyclopaedia Judaica“ und „Germania Judaica“. Shedletzky lehrte als Professorin bis 2013 am Germann Department der Hebräischen Universität in Jerusalem. In größeren Forschungs- und Editionsprojekten arbeitet sie am Leo-Baeck-Institut sowie am Franz-Rosenzweig-Zentrum in Jerusalem.

Seit 1991 ist sie eine der drei Mitherausgeberin der zwölfbändigen Werke und Briefe von Elsa Lasker-Schüler. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen die deutsch-jüdische Literatur und Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart sowie die Stellung der Deutschen in der modernen-hebräischen Literatur.