Dr. Barbara Staudinger wird neue Leiterin des Jüdischen Kulturmuseums Augsburg-Schwaben

Dr. Barbara Staudinger (45) wird zum 1.9.2018 die neue Leiterin des Jüdischen Kulturmuseums Augsburg-Schwaben. Sie folgt Prof. Dr. Benigna Schönhagen, die das Museum seit 2001 leitet und zum 1.8.2018 in den Ruhestand geht.

Dr. Barbara Staudinger (©Daniel Shaked)

„Mit Dr. Barbara Staudinger konnten wir eine international erfahrene Forscherin und Kuratorin gewinnen, die in den Auswahlgesprächen mit innovativen Ideen zur Programmentwicklung, Museumspädagogik, Sammlung und Erinnerungsarbeit in Augsburg überzeugen konnte“, sagt Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Hans-Eberhard Schurk, Vorstand der Stiftung Jüdisches Kulturmuseum Augsburg-Schwaben.

Zu den Schwerpunkten ihrer Forschung und Arbeit, zu denen sie zahlreich publiziert hat, gehören die jüdische Geschichte der Frühen Neuzeit in Österreich und Süddeutschland, das Landjudentum im süddeutschen Raum und Niederösterreich, die frühen Hofjuden in Wien und Prag und die jüdische Rechts- und Kulturgeschichte. Zudem die jüdische Volkskunde im 19. Jahrhundert sowie die jüdische Migrationsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und die jüdische Geschichte im Nationalsozialismus.

„Die zukünftige Programmausrichtung wird von den breitgefächerten inhaltlichen Interessen und kuratorischen Kenntnissen von Dr. Barbara Staudinger außerordentlich profitieren“, sagt Dr. Georg Haindl, Vorsitzender des Stiftungsrats des Jüdischen Kulturmuseums Augsburg-Schwaben.

Staudinger studierte Geschichte, Theaterwissenschaften und Judaistik an der Universität Wien. 2001 wurde sie mit einer Studie über Judenfeindschaft und jüdische Rechtsstellung am Reichshofrat 1559–1670 promoviert. Gegenwärtig ist sie freischaffende Kuratorin in Wien und Mitkuratorin der neuen österreichischen Ausstellung „Entfernung. Österreich und Auschwitz“ in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau.  Zuvor arbeitete sie viele Jahre am Institut für jüdische Geschichte Österreichs in St. Pölten und war als Kuratorin an zahlreichen Ausstellungen im Jüdischen Museum München, im Österreichischen Museum für Volkskunde, im Weltmuseum Wien und im Jüdischen Museum Wien beteiligt.